Quarzglas wird häufig in anspruchsvollen technischen Umgebungen spezifiziert, doch unvollständige Leistungsdaten führen oft zu konservativen Annahmen oder Planungsunsicherheit, wenn die Bedingungen extrem werden.
Dieser Artikel konsolidiert die Eigenschaften von Quarzglas zu einer einzigen, ingenieurmäßigen Referenz, die messbare Grenzwerte, Abhängigkeiten von Bedingungen und praktische Grenzen verdeutlicht, ohne sich auf allgemeine Behauptungen oder Anwendungsbeschreibungen zu verlassen.
Da thermisches, optisches, chemisches, elektrisches und mechanisches Verhalten zusammenwirken und nicht unabhängig voneinander agieren, ist ein strukturierter Bewertungsrahmen unerlässlich, bevor man sich ein technisches Urteil bildet.

Warum die Eigenschaften von Quarzglas für die technische Bewertung wichtig sind
Für Laborgeräte, Hochtemperatursysteme und Präzisionsbaugruppen, Quarzglas wird als Referenzmaterial für Stabilität angeführt. Der Leistungsumfang wird jedoch nur selten als einheitlicher Satz von Bedingungen bewertet, was die tatsächlichen Betriebsgrenzen verschleiern kann.
Bei technischen Bewertungen ist die Eigenschaften von Quarzglas müssen quantitativ interpretiert werden, wobei die Temperaturabhängigkeit, die Umwelteinflüsse und die inhärenten Materialbeschränkungen ausdrücklich zu berücksichtigen sind und nicht nur einzelne Parameterwerte.
Thermische Eigenschaften von Quarzglas
Bevor die optische Durchlässigkeit, die chemische Stabilität oder die elektrische Isolierung bewertet werden können, stellt das thermische Verhalten die grundlegende Grenze der Machbarkeit dar. Die Temperatur bestimmt die Dimensionsstabilität, die Spannungsentwicklung und die langfristige Materialintegrität unter Betriebsbedingungen.
Daher werden zunächst die thermischen Eigenschaften untersucht, da sie bestimmen, ob Quarzglas bei anhaltender Hitze, schnellen Temperaturgradienten oder zyklischer thermischer Belastung strukturell zuverlässig bleibt.
Wärmeausdehnungskoeffizient und Formbeständigkeit
Der Wärmeausdehnungskoeffizient (WAK) von Quarzglas gehört zu den niedrigsten, die bei industriellen Glasmaterialien beobachtet werden, und liegt normalerweise bei 0.5 × 10-⁶ K-¹ bei Raumtemperatur. Diese extrem geringe Ausdehnungsrate erklärt die hohe Dimensionsstabilität, die bei allmählicher Erwärmung beobachtet wird.
Wenn die Temperatur über 500 °C steigt, bleibt die gemessene Ausdehnung minimal im Vergleich zu Borosilikat- oder Kalknatronglas, das oft mehr als 3.0 × 10-⁶ K-¹ in demselben Bereich. Dieser Kontrast wird kritisch, wenn die Baugruppen eingeschränkte Geometrien oder starre Schnittstellen aufweisen.
Aus technischer Sicht eliminiert ein niedriger WAK die thermische Belastung nicht, aber er reduziert die Akkumulation von Fehlanpassungsspannungen erheblich, insbesondere in Baugruppen, die wiederholten Heiz- und Kühlzyklen ausgesetzt sind.
Temperaturwechselbeständigkeit und Temperaturgradiententoleranz
Die Temperaturwechselbeständigkeit von Quarzglas ergibt sich eher aus der Kombination von niedrigem WAK und mäßigem Elastizitätsmodul als aus einer hohen Bruchzähigkeit. Temperaturgradienten von mehr als 200-300 °C über kurze Entfernungen kann unter kontrollierten Bedingungen oft ohne sofortige Rissbildung toleriert werden.
In experimentellen Systemen wird das schnelle Einbringen von Quarzglasbauteilen in heiße Zonen in der Nähe von 800 °C hat gezeigt, dass sie überleben, wenn die Oberflächenfehler minimal sind und die Erwärmung nicht asymmetrisch ist. Dennoch sind lokale Abkühlung oder ungleichmäßiger Wärmeentzug nach wie vor die häufigsten Fehlerursachen.
Daher sollte die Temperaturwechselbeständigkeit eher als Gradiententoleranz denn als Immunität interpretiert werden, wobei Oberflächenbeschaffenheit und Geometrie neben den intrinsischen Materialeigenschaften eine entscheidende Rolle spielen.
Kontinuierliche Betriebstemperatur versus Erweichungsverhalten
Quarzglas weist eine Dauergebrauchstemperatur auf, die in der Regel zwischen 1000 °C und 1100 °Cwenn die mechanische Unversehrtheit und die Dimensionsstabilität über längere Zeiträume hinweg akzeptabel bleiben. Eine kurzzeitige Einwirkung höherer Temperaturen kann ohne unmittelbare Verformung möglich sein.
Das Erweichungsverhalten beginnt bei 1660-1710 °Cwo die Viskosität schnell abnimmt und die strukturelle Steifigkeit verloren geht. Dieser Übergang ist eher allmählich als abrupt, d. h. das Verformungsrisiko nimmt zu, lange bevor die vollständige Erweichung erreicht ist.
Im Langzeitbetrieb ist der zeitabhängige viskose Fluss relevanter als die Spitzentemperatur allein, was eine vorsichtige Auslegung der maximal zulässigen Betriebsbedingungen erfordert.
Wärmeleitfähigkeit und Grenzen der Wärmeübertragung
Die Wärmeleitfähigkeit von Quarzglas bei Raumtemperatur liegt in der Regel im Bereich von 1,3 bis 1,4 W-m-¹-K-¹und bleibt auch bei steigender Temperatur relativ niedrig. Unter 1000 °Cbleiben die Werte oft unter 2,0 W-m-¹-K-¹.
Diese geringe Leitfähigkeit schränkt die Wärmeabgabe ein und begünstigt Temperaturgradienten bei örtlicher Erwärmung. In der Praxis verhält sich Quarzglas eher wie ein Wärmeisolator als ein wärmeverteilendes Medium.
Dementsprechend muss neben dem Ausdehnungsverhalten auch die Wärmeleitfähigkeit berücksichtigt werden, um ungewollte Spannungskonzentrationen in thermischen Umgebungen mit hohem Durchfluss zu vermeiden.
Zusammenfassung der thermischen Eigenschaften
| Thermische Eigenschaft | Typischer Wert oder Bereich | Temperaturabhängigkeit | Begrenzende Faktoren |
|---|---|---|---|
| Wärmeausdehnungskoeffizient (×10-⁶ K-¹) | 0.5-0.6 | Leichter Anstieg über 800 °C | Geometrische Beschränkung |
| Temperaturschock-Toleranz (°C-Gradient) | 200-300 | abhängig von der Oberflächenbeschaffenheit | Makel, Asymmetrie |
| Kontinuierliche Betriebstemperatur (°C) | 1000-1100 | Zeitabhängig | Viskose Strömung |
| Erweichungspunkt (°C) | 1660-1710 | Schneller Viskositätsabfall | Anwesenheit laden |
| Wärmeleitfähigkeit (W-m-¹-K-¹) | 1.3-2.0 | Allmählicher Anstieg | Wärmestromdichte |
Optisches Transmissionsverhalten von Quarzglas
Die optische Leistung bestimmt, ob Quarzglas in strahlungsempfindlichen und spektral kontrollierten Umgebungen zuverlässig funktionieren kann. Neben der allgemeinen Transparenz hängt das Transmissionsverhalten von der Wellenlänge, der Materialreinheit, dem Hydroxylgehalt und der Expositionsgeschichte ab.
Dementsprechend müssen die optischen Eigenschaften als eine Kombination aus intrinsischer Glasstruktur und zustandsabhängigen Einschränkungen bewertet werden und nicht als eine einzige universelle Transparenzangabe.
Grundlegende Transparenz von Ultraviolett bis Infrarot
Quarzglas weist ein breites intrinsisches Transmissionsfenster auf, das vom ultravioletten bis in den infraroten Bereich reicht. Dies ist eine Folge seines amorphen SiO₂-Netzwerks und seiner geringen elektronischen Absorption. Unter hochreinen Bedingungen beginnt die Transmission typischerweise nahe 170-180 nm im ultravioletten Bereich und reicht über 3,5 µm im Infraroten.
Bei kontrollierten optischen Messungen übersteigt die Durchlässigkeit im sichtbaren Bereich in der Regel 90% pro Zentimeter Dickevorausgesetzt, die Oberflächen sind poliert und die Absorption in der Masse ist minimal. Dieses Maß an Transparenz bleibt über moderate Temperaturschwankungen hinweg stabil, da die elektronische Bandstruktur nicht stark temperaturabhängig ist.
Die praktische Erfahrung mit optischen Kalibrierungssystemen hat gezeigt, dass Transmissionsverluste häufiger mit der Oberflächenbeschaffenheit, Dickenvariationen oder Verunreinigungen in Verbindung gebracht werden als mit der intrinsischen Absorption im sichtbaren Spektrum.
Grenzwerte und Bedingungen für die Übertragung im tiefen Ultraviolett
Die Durchlässigkeit im tiefen ultravioletten Bereich ist nicht eine universelle Eigenschaft aller Quarzglasvarianten. Aussagekräftige Durchlässigkeit unterhalb 200 nm erfordert extrem niedrige Verunreinigungswerte, insbesondere in Bezug auf metallische Verunreinigungen und Hydroxylgruppen1.
In Laborspektroskopie-Einrichtungen, die zwischen 185-200 nmSynthetisches Quarzglas weist eine messbare Transmission auf, während elektrisch geschmolzene Materialien oberhalb dieses Bereichs oft scharfe Absorptionskanten zeigen. Diese Unterschiede werden bei wiederholten Wellenlängen-Scans durchgängig beobachtet.
Daher sollte die Transparenz im tief ultravioletten Bereich als eine bedingte Eigenschaft behandelt werden, die von der Glaschemie und der Verarbeitungsgeschichte abhängt und nicht als Standardwert angenommen wird.
OH-Gehalt und sein Einfluss auf optische Fenster
Der Hydroxyl (OH)-Gehalt spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des optischen Transmissionsprofils von Quarzglas, insbesondere im ultravioletten und infraroten Bereich. Quarzglas mit hohem OH-Gehalt weist in der Regel eine verbesserte Ultraviolett-Transmission auf, aber eine erhöhte Absorption in der Nähe von 2,7-2,9 µm im Infraroten.
Umgekehrt verlagert ein Material mit niedrigem OH-Gehalt die Absorption aus dem Infrarotbereich und ermöglicht eine verbesserte Transmission oberhalb der 3,0 µm, wobei häufig die Leistung im tiefen Ultraviolettbereich beeinträchtigt wird. Die gemessenen OH-Konzentrationen können von <5 ppm to>1000 ppmwas zu ausgeprägten spektralen Unterschieden führt.
In optischen Systemen, bei denen die Wellenlängenselektivität entscheidend ist, bestimmt der OH-Gehalt das nutzbare optische Fenster und muss neben der Dicke und der Oberflächenbeschaffenheit berücksichtigt werden.
Strahlungseffekte und optische Stabilitätsgrenzwerte
Bei längerer Einwirkung energiereicher Strahlung oder intensiver ultravioletter Strahlung kann Quarzglas Farbzentren entwickeln, die die Transmission bei bestimmten Wellenlängen verringern. Diese Effekte sind am stärksten ausgeprägt unter 300 nm und steigen mit der kumulativen Strahlendosis.
Experimentelle Bestrahlungsstudien haben gezeigt, dass Übertragungsverluste von 5-20% kann in den betroffenen Wellenlängenbereichen nach längerer Exposition auftreten, je nach Verunreinigungsgehalt und thermischer Vorgeschichte. Eine teilweise Erholung kann beim Glühen bei höheren Temperaturen eintreten.
Daher sollte die optische Stabilität nicht nur bei der Erstinstallation, sondern auch über das erwartete Strahlenbelastungsprofil der Betriebsumgebung hinweg bewertet werden.
Zusammenfassung der optischen Eigenschaften
| Optische Eigenschaft | Typischer Wert oder Bereich | Abhängigkeit von der Wellenlänge | Begrenzende Faktoren |
|---|---|---|---|
| UV-Transmissionsgrenzwert (nm) | 170-200 | Stark unter 200 nm | Verunreinigungen, OH-Gehalt |
| Durchlässigkeit im sichtbaren Bereich (%/cm) | >90 | Minimal | Oberflächenbehandlung |
| Infrarot-Transmissionsgrenze (µm) | 3.0-3.5 | OH-abhängig | Hydroxyl-Absorption |
| OH-Gehalt (ppm) | 1000 | UV-IR-Abwägung | Verarbeitungsweg |
| Strahlungsinduzierter Verlust (%) | 5-20 | UV-dominant | Dosis, Glühen |
Chemische Beständigkeit von Quarzglas in reaktiven Umgebungen
Chemische Beständigkeit wird oft als inhärenter Vorteil von Quarzglas angeführt, doch sein Verhalten variiert je nach chemischer Art, Temperatur und Expositionsdauer erheblich. Eine stabile Leistung hängt daher davon ab, dass man versteht, wo chemische Inertheit gilt und wo messbare Verschlechterung beginnt.
In reaktiven Umgebungen muss die chemische Stabilität zusammen mit den thermischen und strukturellen Bedingungen bewertet werden, da eine erhöhte Temperatur häufig Reaktionen beschleunigt, die bei Umgebungsbedingungen vernachlässigbar sind.
Beständigkeit gegen Säuren und oxidierende Medien
Quarzglas weist aufgrund der starken kovalenten Bindung innerhalb des SiO₂-Netzwerks eine außergewöhnliche Beständigkeit gegenüber den meisten anorganischen Säuren auf. Die Einwirkung von Salz-, Salpeter- und Schwefelsäure bei Raumtemperatur führt in der Regel zu vernachlässigbarer Massenverlust unter 0,01 mg-cm-²-Tag-¹.
Unter oxidierenden Bedingungen, einschließlich hochreiner Sauerstoffatmosphären bis zu 1000 °CQuarzglas behält seine strukturelle Integrität bei, ohne flüchtige Oberflächenprodukte zu bilden. Langzeittests in Analysesystemen haben wiederholt eine unveränderte Oberflächenmorphologie nach Hunderten von Stunden Exposition gezeigt.
Dieses Verhalten unterstützt die Einstufung von Quarzglas als chemisch inert in sauren und oxidierenden Umgebungen, sofern die Temperatur innerhalb der festgelegten Einsatzgrenzen bleibt.
Alkalische Korrosion und Temperaturabhängigkeit
Im Gegensatz dazu stellen alkalische Umgebungen eine klar definierte Einschränkung für Quarzglas dar. Alkalihydroxide und Karbonate greifen das SiO₂-Netzwerk leicht an, indem sie Siloxanbindungen aufbrechen, was zu einer fortschreitenden Auflösung der Oberfläche führt.
Die gemessenen Korrosionsraten nehmen mit der Temperatur stark zu und steigen von <0,05 mm-Jahr-¹ in der Nähe von 200 °C auf Werte, die über 1,0 mm-Jahr-¹ über 600 °C in konzentrierten alkalischen Schmelzen. Selbst verdünnte alkalische Lösungen können messbare Ätzungen hervorrufen, wenn die Temperatur erhöht wird.
Dementsprechend kann die chemische Stabilität unter alkalischen Bedingungen nicht vorausgesetzt werden und muss als kombinierte Funktion von Zusammensetzung, Konzentration und Betriebstemperatur bewertet werden.
Verhalten in geschmolzenen Salzen und reaktiven Dämpfen
Geschmolzene Salze bringen zusätzliche Komplexität mit sich, da ionische Spezies in Oberflächenschichten eindringen und örtlich begrenzte Reaktionen auslösen können. Nitrat- und Sulfatschmelzen unter 400 °C zeigen im Allgemeinen eine begrenzte Wechselwirkung, während fluoridhaltige Salze einen schnellen Abbau bewirken.
Reaktive Dämpfe, wie z. B. Alkalimetall- oder halogenhaltige Spezies, können ebenfalls eine Oberflächenmodifikation bei Temperaturen über 700 °Cselbst wenn der chemische Angriff in der Masse begrenzt bleibt. Solche Auswirkungen werden oft durch eine erhöhte Oberflächenrauheit und nicht durch makroskopische Schäden festgestellt.
Daher sollte die chemische Stabilität in geschmolzenen oder dampfförmigen Umgebungen unter Berücksichtigung sowohl der chemischen Zusammensetzung als auch der Partialdruckeffekte bewertet werden.
Zusammenfassung der chemischen Eigenschaften
| Chemisches Eigentum | Typisches Verhalten | Temperatur-Empfindlichkeit | Begrenzende Faktoren |
|---|---|---|---|
| Säurebeständigkeit | Ausgezeichnet | Niedrig | HF-Ausschluss |
| Oxidierende Atmosphären | Stabil bis zu 1000 °C | Mäßig | Oberflächenfehler |
| Alkalische Korrosionsrate (mm-Jahr-¹) | 1,0 | Hoch | Konzentration |
| Interaktion mit geschmolzenem Salz | Variabel | Hoch | Ionenarten |
| Reaktive Dampfstabilität | Bedingt | Hoch | Partialdruck |
Elektrische und dielektrische Eigenschaften von Quarzglas
Das elektrische Verhalten wird kritisch, wenn Quarzglas in Umgebungen eingesetzt wird, die hohe Temperaturen, elektrische Felder oder Hochfrequenzsignale miteinander kombinieren. Die Isolierleistung kann nicht allein bei Raumtemperatur bewertet werden, da sich die Leitfähigkeitsmechanismen mit der thermischen Aktivierung und der Feldstärke entwickeln.
Daher müssen die elektrischen und dielektrischen Eigenschaften als temperatur- und frequenzabhängige Parameter und nicht als feste Konstanten interpretiert werden, insbesondere bei Präzisions- und hochzuverlässigen Systemen.
Elektrischer Widerstand und Temperatureffekte
Unter Umgebungsbedingungen weist Quarzglas einen extrem hohen elektrischen Widerstand auf, der in der Regel in der Größenordnung von 10¹⁶-10¹⁸ Ω-cmund gehört damit zu den wirksamsten anorganischen elektrischen Isolatoren. Dieser hohe spezifische Widerstand ist auf das Fehlen freier Ladungsträger im amorphen SiO₂-Netzwerk zurückzuführen.
Mit steigender Temperatur nimmt die thermisch aktivierte Ionenleitung zu, was zu einer allmählichen Verringerung des Widerstandes führt. Messungen bei 800-1000 °C melden in der Regel Widerstandswerte, die auf etwa 10⁸-10¹⁰ Ω-cm, die für die Isolierung immer noch ausreicht, aber in empfindlichen Schaltungen nicht mehr vernachlässigbar ist.
Bei Langzeittests in beheizten Sensorbaugruppen steigen die Leckströme eher gleichmäßig als abrupt an, was eher auf eine vorhersehbare Verschlechterung als auf einen plötzlichen elektrischen Ausfall hindeutet.
Dielektrizitätskonstante und Verlustmerkmale
Die Dielektrizitätskonstante von Quarzglas bleibt über einen breiten Frequenzbereich relativ stabil, mit typischen Werten bei Raumtemperatur zwischen 3.7 und 3.9. Diese Stabilität unterstützt ein konsistentes kapazitives Verhalten in elektrischen Wechselfeldern.
Der dielektrische Verlust, der oft als Verlusttangens (tan δ) ausgedrückt wird, ist bei niedrigen und mittleren Frequenzen außergewöhnlich niedrig und wird häufig unter 0.001 bei Raumtemperatur. Selbst bei erhöhten Temperaturen, die sich 500 °CDie Verlustwerte liegen im Allgemeinen innerhalb einer Größenordnung der Umgebungsmessungen.
Solch geringe dielektrische Verluste werden immer wieder in Hochfrequenz-Messumgebungen beobachtet, in denen die Signalverzerrung minimal bleibt, sofern Verschmutzung und Feuchtigkeitsadsorption kontrolliert werden.
Elektrische Leistung bei hohen Temperaturen und im Vakuum
In Vakuumumgebungen bewahrt Quarzglas die elektrische Isolierung ohne Ausgasung oder Bildung eines leitenden Films, eine Eigenschaft, die für Hochspannungs- und Elektronenstrahlsysteme unerlässlich ist. Das Fehlen von flüchtigen Bestandteilen minimiert die Migration von Oberflächenladungen unter Vakuumbedingungen.
Elektrische Durchschlagsfestigkeit2 übersteigt in der Regel 20-30 kV-mm-¹ bei Raumtemperatur, die mit der Temperatur und der Oberflächenbeschaffenheit abnimmt. Bei höheren Temperaturen wird das Durchbruchverhalten zunehmend von der Oberflächenrauheit und der Elektrodengeometrie beeinflusst und weniger von den Volumeneigenschaften allein.
Folglich hängt die zuverlässige elektrische Leistung sowohl von der intrinsischen Durchschlagsfestigkeit als auch von der Konfiguration des externen Feldes ab, insbesondere bei Hochtemperatur-Vakuumanwendungen.
Zusammenfassung der elektrischen und dielektrischen Eigenschaften
| Elektrisches Eigentum | Typischer Wert oder Bereich | Temperaturabhängigkeit | Begrenzende Faktoren |
|---|---|---|---|
| Elektrischer spezifischer Widerstand (Ω-cm) | 10¹⁶-10¹⁸ | Starker Rückgang | Leitung von Ionen |
| Widerstandswert bei 1000 °C (Ω-cm) | 10⁸-10¹⁰ | Hoch | Verunreinigungen |
| Dielektrizitätskonstante | 3.7-3.9 | Niedrig | Frequenz |
| Dielektrischer Verlust (tan δ) | <0.001 | Mäßiger Anstieg | Luftfeuchtigkeit |
| Durchschlagsfestigkeit (kV-mm-¹) | 20-30 | Verringert | Zustand der Oberfläche |
Mechanische und physikalische Konstanten von Quarzglas
Das mechanische Verhalten von Quarzglas wird häufig falsch interpretiert, da hohe Härte und Steifigkeit mit Sprödbrucheigenschaften einhergehen. Eine genaue Bewertung erfordert daher die Trennung von elastischem Verhalten, Widerstandsfähigkeit gegen Oberflächenbeschädigung und Versagensmechanismen, anstatt die Festigkeit als eine einzige Kennzahl zu behandeln.
Dementsprechend sollten mechanische und physikalische Konstanten als Indikatoren für Belastungstoleranz und Maßhaltigkeit und nicht als Maß für Duktilität oder Stoßfestigkeit interpretiert werden.
Dichte und strukturelle Einheitlichkeit
Die Dichte von Quarzglas liegt normalerweise innerhalb 2,20-2,22 g-cm-³was die kompakte, aber nicht kristalline Natur des amorphen SiO₂-Netzwerks widerspiegelt. Dieser enge Bereich deutet auf eine hohe Gleichmäßigkeit der Zusammensetzung hin, wenn die Verunreinigungen minimiert sind.
Anders als bei kristallinen Materialien sind Dichteabweichungen bei Quarzglas nicht mit Korngrenzen oder Phasenübergängen verbunden, sondern mit Restporosität und Verunreinigungsgehalt. Hochreines Material zeigt durchweg Dichteabweichungen unter ±0,5%.
Bei Präzisionsbaugruppen unterstützt eine solche Gleichmäßigkeit die vorhersehbare Massenverteilung und die Maßhaltigkeit von Bauteilen mit unterschiedlicher Geometrie.
Elastizitätsmodul und Lastverhalten
Quarzglas weist einen Elastizitätsmodul auf, der normalerweise zwischen 70 und 75 GPaund liegt damit unter den meisten Strukturkeramiken, aber über den meisten Polymerwerkstoffen. Dieser Modul weist auf eine hohe Steifigkeit bei elastischer Belastung hin.
Unter Belastung bleibt die elastische Verformung bis zum Bruch linear, ohne dass eine messbare plastische Verformung auftritt. Infolgedessen kommt es nicht zu einer Umverteilung der Spannung durch Fließen, und lokale Spannungskonzentrationen bestimmen direkt das Versagen.
Bei Strukturtests in eingespannten Vorrichtungen variiert die Bruchspannung oft stärker mit der Oberflächenbeschaffenheit als mit den elastischen Eigenschaften des Materials, was die Dominanz des rissgesteuerten Bruchs unterstreicht.
Querkontraktionszahl und Spannungsverteilung
Die Poissonzahl von Quarzglas ist relativ niedrig und liegt in der Regel im Bereich von 0.16-0.18was eine begrenzte seitliche Dehnung bei axialer Belastung widerspiegelt. Diese Eigenschaft beeinflusst die Ausbreitung von Spannungen in eingeschränkten Geometrien.
Eine niedrige Poissonzahl reduziert die Querausdehnung, was die Schnittstellenspannung in Baugruppen mit starren Zwängen verringern kann. Allerdings konzentriert sich dadurch auch die Zugspannung, wenn die äußere Verformung eingeschränkt ist.
Folglich sollte die Poissonzahl bei der Bewertung von mehrachsigen Belastungsszenarien berücksichtigt werden, insbesondere in thermisch eingeschränkten Umgebungen.
Härte Kratzfestigkeit und sprödes Versagen
Quarzglas weist eine Mohs-Härte von etwa 5.5-6.0und bietet eine gute Beständigkeit gegen Oberflächenkratzer bei mäßiger Kontaktbelastung. Die Vickershärte liegt in der Regel bei 500-600 HVje nach Prüfbedingungen.
Trotz dieser Härte ist die Bruchzähigkeit gering, in der Regel etwa 0,7-0,9 MPa-m¹ᐟ²was die spröde Natur des Versagens bestätigt. Risse breiten sich schnell aus, wenn sie einmal begonnen haben, mit minimaler Energieaufnahme.
Daher hängt die mechanische Zuverlässigkeit mehr von der Oberflächenqualität und der Fehlerkontrolle ab als von den nominalen Härte- oder Steifigkeitswerten allein.
Zusammenfassung der mechanischen und physikalischen Eigenschaften
| Mechanische Eigenschaften | Typischer Wert oder Bereich | Empfindlichkeit | Begrenzende Faktoren |
|---|---|---|---|
| Dichte (g-cm-³) | 2.20-2.22 | Niedrig | Gehalt an Verunreinigungen |
| Elastizitätsmodul (GPa) | 70-75 | Niedrig | Temperatur |
| Querkontraktionszahl | 0.16-0.18 | Niedrig | Einschränkung |
| Vickers-Härte (HV) | 500-600 | Mäßig | Oberflächenbehandlung |
| Bruchzähigkeit (MPa-m¹ᐟ²) | 0.7-0.9 | Hoch | Oberflächenmängel |

Zusammenfassung der wichtigsten Materialeigenschaften von Quarzglas
Die oben erörterten Materialeigenschaften ergeben in ihrer Gesamtheit einen kohärenten Leistungsrahmen. Die folgende Zusammenfassung fasst die quantitativen Bereiche und Zustandsabhängigkeiten in einem einzigen Bezugsrahmen zusammen, der für die technische Bewertung geeignet ist.
Konsolidierte Materialeigenschaftsbereiche und Grenzwerte
| Immobilien-Kategorie | Eigenschaft Parameter | Typischer Wert oder Bereich | Primäre Bedingung Abhängigkeit | Wichtigste einschränkende Faktoren |
|---|---|---|---|---|
| Thermische | Wärmeausdehnungskoeffizient (×10-⁶ K-¹) | 0.5-0.6 | Temperatur | Geometrische Beschränkung |
| Thermische | Temperaturschock-Toleranz (°C-Gradient) | 200-300 | Zustand der Oberfläche | Makel, Asymmetrie |
| Thermische | Kontinuierliche Betriebstemperatur (°C) | 1000-1100 | Zeit bei Temperatur | Viskose Strömung |
| Thermische | Erweichungspunkt (°C) | 1660-1710 | Belastung, Dauer | Strukturelle Verformung |
| Thermische | Wärmeleitfähigkeit (W-m-¹-K-¹) | 1.3-2.0 | Temperatur | Wärmestromdichte |
| Optisch | UV-Transmissionsgrenzwert (nm) | 170-200 | Reinheit, OH-Gehalt | Verunreinigungen |
| Optisch | Durchlässigkeit im sichtbaren Bereich (%/cm) | >90 | Dicke | Oberflächenbehandlung |
| Optisch | Infrarot-Transmissionsgrenze (µm) | 3.0-3.5 | OH-Konzentration | Hydroxyl-Absorption |
| Optisch | OH-Gehalt (ppm) | 1000 | Verarbeitungsweg | Spektraler Kompromiss |
| Chemisch | Säurebeständigkeit | Ausgezeichnet | Niedrige Temperatur | HF-Exposition |
| Chemisch | Alkalische Korrosionsrate (mm-Jahr-¹) | 1.0 | Temperatur | Alkalikonzentration |
| Chemisch | Oxidationsatmosphäre Stabilität | Stabil bis 1000 °C | Temperatur | Oberflächenfehler |
| Elektrisch | Elektrischer spezifischer Widerstand (Ω-cm) | 10¹⁶-10¹⁸ | Temperatur | Leitung von Ionen |
| Elektrisch | Widerstandswert bei 1000 °C (Ω-cm) | 10⁸-10¹⁰ | Temperatur | Verunreinigungen |
| Elektrisch | Dielektrizitätskonstante | 3.7-3.9 | Frequenz | Polarisierung |
| Elektrisch | Dielektrischer Verlust (tan δ) | <0.001 | Temperatur | Luftfeuchtigkeit |
| Elektrisch | Durchschlagsfestigkeit (kV-mm-¹) | 20-30 | Zustand der Oberfläche | Elektrodengeometrie |
| Mechanisch | Dichte (g-cm-³) | 2.20-2.22 | Zusammensetzung | Verbleibende Porosität |
| Mechanisch | Elastizitätsmodul (GPa) | 70-75 | Temperatur | Strukturelle Entspannung |
| Mechanisch | Querkontraktionszahl | 0.16-0.18 | Einschränkung | Mehrachsige Belastung |
| Mechanisch | Vickers-Härte (HV) | 500-600 | Prüflast | Qualität der Oberfläche |
| Mechanisch | Bruchzähigkeit (MPa-m¹ᐟ²) | 0.7-0.9 | Fehlerhafte Bevölkerung | Sprödbruch |
Schlussfolgerung
Die Materialeigenschaften von Quarzglas können nicht anhand einzelner Parameter bewertet werden. Das thermische Verhalten bestimmt die Machbarkeit, die optische Durchlässigkeit hängt von der Reinheit und der Strahlenbelastung ab, die chemische Stabilität variiert stark mit der Umgebung, die elektrische Isolierung nimmt mit der Temperatur ab, und die mechanischen Konstanten bestimmen eher die Belastungstoleranz als die Festigkeit.
Eine einheitliche Interpretation dieser Eigenschaften ermöglicht eine genaue Definition der Grenzen und verhindert eine Überdehnung über die eigentlichen Materialgrenzen hinaus.
FAQ
Wie hoch ist die typische Wärmeausdehnung von Quarzglas?
Der lineare Wärmeausdehnungskoeffizient liegt bei Raumtemperatur bei etwa 0,5 × 10-⁶ K-¹ und ist damit über weite Temperaturbereiche weitaus niedriger als bei den meisten technischen Gläsern.
Kann Quarzglas schnellen Temperaturschwankungen standhalten?
Quarzglas verträgt große Temperaturunterschiede, oft über 200 °C, sofern die Oberflächenfehler minimal sind und die Erwärmung symmetrisch bleibt.
Erweicht Quarzglas bei hohen Temperaturen schlagartig?
Die Erweichung erfolgt allmählich in der Nähe von 1660-1710 °C, da die Viskosität abnimmt, was bedeutet, dass das Verformungsrisiko nicht plötzlich, sondern allmählich zunimmt.
Ist die Wärmeleitfähigkeit von Quarzglas hoch?
Die Wärmeleitfähigkeit bleibt niedrig, in der Regel unter 2,0 W-m-¹-K-¹, selbst bei hohen Temperaturen, was die Wärmeabgabe einschränkt.
Referenzen:



